Calm Atlantic Ocean under a dramatic twilight sky, capturing a tranquil evening scene.

Ein Herzenswunsch ist kein Wunsch. Er ist eine Richtung.

Meditation

Ich habe lange nicht gewusst was ich wirklich will. Nicht wirklich.

Ich wusste was ich erreichen wollte – Abschlüsse, Anerkennung, Klarheit. Aber das sind Ziele. Herzenswünsche sind etwas anderes.

Ein Herzenswunsch fragt nicht ob er erreichbar ist. Er fragt nicht ob er vernünftig ist. Er zeigt einfach – dorthin. Wie ein Kompass ohne Karte.

Irgendwann habe ich aufgehört die Karte zu suchen und angefangen dem Kompass zu folgen. Das Institut ist das Ergebnis.

Exegese

Der Begriff Herzenswunsch wird oft missverstanden – als sentimentale Version eines normalen Wunsches. Etwas das man sich sehr sehnlichst wünscht. Ein upgegradetes Verlangen.

Das trifft es nicht.

Ein Herzenswunsch hat eine andere Qualität als ein Wunsch. Er kommt nicht vom Kopf – vom Kalkulieren, Vergleichen, Wollen. Er kommt von woanders. Tiefer. Von dem Bereich den ich das Fundament nenne.

Und deswegen ist er auch nicht erfüllbar im üblichen Sinne. Man kann ihn nicht abhaken. Er ist keine Aufgabe die erledigt wird – er ist eine Ausrichtung die sich entfaltet. Solange man lebt.

Das macht ihn unbequem. Herzenswünsche sind nicht gemütlich. Sie fordern. Sie zeigen mir was ich noch nicht bin aber sein könnte. Was ich noch nicht tue aber tun könnte. Was ich noch nicht sage aber sagen könnte.

Irene hat mir einmal gesagt – wir sassen in Barcelona nach dem Seminar, es war der zweite Abend – dass ihre tiefste Sehnsucht nicht Therapie ist und nicht Meditation. Ihre tiefste Sehnsucht ist Begegnung. Wirkliche Begegnung – wo zwei Menschen sich wirklich sehen ohne Agenda.

Das hat mich mehr berührt als alles was sie vorher gesagt hatte.

Weil es ein Herzenswunsch war. Erkennbar als solcher.

Was zeigt dein Kompass – wenn du aufhörst die Karte zu suchen?

Foto:  Daria Agafonova / Pexels

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