Top-down view of two old stone grinding wheels with grass growing on them in an outdoor setting.

Karma ist oft nur ein anderes Wort für: ich nehme nicht an was ist.

Meditation

Ich habe mit dem Karma-Begriff lange nichts anfangen können. Zu viel Esoterik-Gepäck. Zu viel Schicksal-Rhetorik.

Dann habe ich angefangen ihn anders zu lesen – nicht als kosmisches Buchführungssystem, sondern als Beschreibung eines Musters. Ich tue etwas. Das hat Folgen. Die Folgen kommen zurück. Das ist keine Magie – das ist Mechanik.

Das Problem ist nicht das Karma. Das Problem ist das Nicht-Hinschauen auf das Karma.

Exegese

Was bedeutet Karma wirklich – jenseits der esoterischen Aufladung?

Im ursprünglichen Sinne: Handlung und ihre Konsequenz. Nicht Strafe. Nicht Belohnung. Einfach: was ich tue hat Wirkung – in mir, um mich herum, später.

Karma ist oft ein Nicht-Akzeptieren von dem was ist. Eine Rückwärts-Betrachtung. Eine Bewertung.

Das trifft es für mich. Wenn ich von Karma spreche – meistens tue ich das nicht, aber wenn andere es tun – dann meinen sie oft: das ist ungerecht. Das hätte nicht passieren sollen. Das ist eine Konsequenz aus etwas das ich nicht verantworte.

Das ist Karma als Weigerung.

Die andere Möglichkeit: Karma als Spiegel. Nicht als Urteil von außen – als Rückmeldung von innen. Was sich in meinem Leben wiederholt – welche Muster, welche Konflikte, welche Enttäuschungen – das zeigt mir etwas. Nicht über das Universum. Über mich.

Jaspers würde das in die Nähe der Schuld als Grenzsituation rücken. Schuld nicht als moralische Kategorie – als existenzielle. Die Erkenntnis dass ich mitverantwortlich bin für das was in meinem Leben geschieht. Dass ich nicht nur Opfer der Umstände bin.

Das ist unbequem. Es ist auch befreiend.

Wenn ich verantwortlich bin – dann kann ich auch etwas ändern.

Welches Muster begegnet dir immer wieder – und was zeigt es dir über dich?

Foto:  女子 正真 / Pexels

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