Breathtaking view of a volcanic rock formation under a clear blue sky in Teide National Park, Tenerife.

Das Fundament schweigt noch. Es hält noch.

Meditation

Ich schreibe das als Zwischenbilanz. Nicht als Abschluss.

Wir haben in den letzten Wochen über Stille gesprochen, über Bewusstheit, über Angst, über das Nichts, über Vertrauen. Verschiedene Türen. Dasselbe Haus.

Das Fundament war immer da. In jedem dieser Themen. Unter jedem dieser Themen.

Es schweigt noch. Es hält noch.

Das reicht.

Exegese

Ich hatte nicht geplant nach zehn Wochen zurückzukehren zum ersten Aphorismus. Es hat sich so ergeben.

Und vielleicht ist das selbst schon eine Aussage: das Fundament ist kein Thema unter anderen. Es ist der Boden auf dem alle anderen Themen stehen. Stille setzt es voraus. Bewusstheit ruht darauf. Angst zeigt es – indirekt, durch Erschütterung. Das Nichts grenzt es ein. Vertrauen richtet sich darauf aus.

Jaspers spricht von der Periechontologie – der Lehre vom Umgreifenden – als dem Versuch das zu beschreiben was jeder Philosophie vorausgeht. Nicht ein Thema der Philosophie. Ihre Bedingung.

Ich habe in den ersten zehn Wochen dieses Projekts etwas bemerkt: die Reaktionen der Leser, in den Kommentaren, in den Nachrichten die uns erreichen, kreisen immer um dasselbe. Nicht um die Aphorismen selbst. Um die Fragen dahinter.

Was trägt mich wirklich? Was bleibt wenn alles wegfällt? Worauf kann ich mich verlassen?

Das sind keine philosophischen Fragen. Das sind menschliche Fragen. Die ältesten die es gibt.

Das Fundament schweigt darauf nicht weil es keine Antwort hat. Es schweigt weil es die Antwort ist.

Wartenberg hat mir einmal gesagt: Die Philosophie beginnt nicht mit der Frage. Sie beginnt mit dem Staunen dass es überhaupt etwas gibt und nicht nichts.

Ich staune noch. Nach dreißig Jahren.

Was hat sich in dir verändert seit du anfängst diese Fragen zu stellen?

Foto: Raul Kozenevski / Pexels

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